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Behandlung

Die miraDry®-Behandlung im Detail

Von der Aufklärung bis zur Nachsorge: Was bei einer Mikrowellen-Thermolyse gegen übermäßiges Achselschwitzen tatsächlich passiert.

miraDry-System im Behandlungsraum der Ordination

Kurz gefasst

Die Behandlung dauert rund 60 bis 90 Minuten und findet ambulant in örtlicher Betäubung statt. Ein Handstück saugt die Haut an und gibt Mikrowellenenergie gezielt an die Schicht ab, in der die Schweiß- und Duftdrüsen liegen; die Hautoberfläche wird dabei gekühlt. Die Wärme schädigt die Drüsen, die Schweißmenge nimmt dadurch dauerhaft ab.

Wirkprinzip

Wie Mikrowellen-Thermolyse funktioniert

Mikrowellenenergie wird besonders stark von wasserreichem Gewebe aufgenommen – und Schweißdrüsen bestehen weitgehend aus Wasser. Genau diesen Effekt nutzt das Verfahren: Die Energie wird an der Grenzschicht zwischen Lederhaut und Unterhautfettgewebe gebündelt, wo die ekkrinen (schweißbildenden) und apokrinen (geruchsbildenden) Drüsen sitzen.

Dort entsteht Wärme, die die Drüsen thermisch schädigt. Weil die Zone darunter aus Fettgewebe besteht, das die Energie kaum aufnimmt, bleibt tieferes Gewebe geschützt. Ein integriertes Kühlsystem hält die Hautoberfläche währenddessen kühl.

Was das System dabei leistet

  • Kontrollierte Energieabgabe mit definierter Eindringtiefe
  • Integrierte Hautkühlung während der gesamten Anwendung
  • Vakuum-Ankopplung zieht die Drüsenschicht in die Wirkzone
  • Rasterförmiges Vorgehen über das gesamte markierte Areal

Ablauf

Ihr Behandlungstag – Schritt für Schritt

  1. Aufklärung und Markierung

    Zu Beginn besprechen wir Befund, Erwartungen, Risiken und Alternativen, und Sie unterzeichnen die Einwilligung. Anschließend wird das Behandlungsareal mit einer temporären, auf Ihre Achselgröße abgestimmten Schablone eingezeichnet.

  2. Örtliche Betäubung

    Die Achselhöhle wird flächig lokal betäubt. Nach kurzer Einwirkzeit ist der Bereich unempfindlich – die eigentliche Behandlung wird dadurch als Druck- oder Ziehgefühl, nicht als Schmerz wahrgenommen.

  3. Energieabgabe

    Das Handstück wird Feld für Feld über das markierte Raster geführt. Bei jedem Feld zieht ein sanftes Vakuum die Haut an, die Energie wird abgegeben und die Oberfläche gleichzeitig gekühlt. Beide Achseln werden in derselben Sitzung behandelt.

  4. Abschluss und Nachsorge

    Nach rund 60 bis 90 Minuten ist die Sitzung beendet. Sie erhalten Kühlpackungen sowie eine schriftliche Nachsorge-Anleitung und können die Ordination direkt verlassen.

Vorbereitung und Nachsorge

Was Sie davor und danach beachten

Vor der Behandlung

  • Achseln zwei bis drei Tage vorher rasieren, nicht am Behandlungstag
  • Blutverdünnende Medikamente nur nach ärztlicher Rücksprache pausieren
  • Lockere, bequeme Kleidung tragen
  • Antitranspirantien dürfen bis zum Termin normal verwendet werden

Nach der Behandlung

  • Kühlen über mehrere Tage, mehrmals täglich 15 bis 20 Minuten
  • Kein intensiver Sport für drei bis vier Tage; Spazierengehen sofort
  • Duschen ist noch am selben Tag möglich
  • In den ersten Tagen lockere Kleidung tragen

Ehrlich gesagt

Mögliche Nebenwirkungen und Grenzen

Häufig und vorübergehend

  • Schwellung und Rötung im Behandlungsbereich
  • Druckempfindlichkeit, Spannungsgefühl
  • Blutergüsse
  • Tastbare Knötchen unter der Haut, die sich zurückbilden

Dauerhaft oder selten

  • Deutlich weniger Achselbehaarung im behandelten Bereich
  • Vorübergehend verändertes Gefühl an der Haut des Oberarms oder vorübergehende Kraftminderung im Arm
  • Sehr selten: länger anhaltende Nervenreizung

Was Sie erwarten können

Realistische Einordnung

Dauer

Rund 60 bis 90 Minuten für beide Achseln, inklusive Markierung und Betäubung.

Erste Wirkung

Viele bemerken die Reduktion unmittelbar. Das Endergebnis zeigt sich nach zwei bis vier Wochen, wenn die Schwellung abgeklungen ist.

Dauerhaftigkeit

Nach zwölf Monaten hatten 90,3 % der Studienteilnehmenden mindestens 50 % weniger Schweiß. Veröffentlichte Nachbeobachtungen reichen bis etwa drei Jahre.

Auch gegen Geruch

Behandelt werden sowohl die ekkrinen (Schweiß) als auch die apokrinen (Geruch) Drüsen.

Wann miraDry® nicht in Frage kommt

Nicht geeignet ist das Verfahren unter anderem bei sekundärer Hyperhidrose mit ungeklärter Ursache, bei akuten Infektionen oder Hauterkrankungen im Behandlungsareal, bei Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei bestimmten implantierten elektronischen Geräten.

Bei einer Hidradenitis suppurativa (Akne inversa) rate ich in der Regel ab. Sie gilt als relative Gegenanzeige, weil die Erkrankung genau die Drüsen und Gänge betrifft, in denen die Energie wirkt.

Auch ein niedriger Body-Mass-Index ist ein Risikofaktor: Bei sehr schlanken Menschen liegt unter der Haut weniger Fettgewebe, das die Energie abfängt. Wir legen die Energiestufe für jede Patientin und jeden Patienten einzeln fest; bei schlankem Körperbau fällt sie entsprechend niedriger aus.

Ob eine Behandlung in Ihrem Fall möglich ist, klärt das ärztliche Vorgespräch.

Transparenz

Quellen und Hinweise

Die Angaben auf dieser Seite lassen sich nachvollziehen.

  1. U.S. Food and Drug Administration: 510(k) Premarket Notification K103014 – miraDry System, Miramar Labs Inc., Entscheidungsdatum 28. Jänner 2011. FDA-Datenbank
  2. Hong HC-H, Lupin M, O’Shaughnessy KF: Clinical Evaluation of a Microwave Device for Treating Axillary Hyperhidrosis. Dermatologic Surgery 2012, Nachbeobachtung über zwölf Monate. Volltext (PMC3489040)
  3. Hsu TH, Chen YT, Tu YK, Li CN: A systematic review of microwave-based therapy for axillary hyperhidrosis. Journal of Cosmetic and Laser Therapy 2017. PubMed 28281850
  4. AWMF-Registernummer 013-059: S1-Leitlinie Definition und Therapie der primären Hyperhidrose, Deutsche Dermatologische Gesellschaft. AWMF-Register
  5. Glaser DA, Coleman WP, Fan LK et al.: A randomized, blinded clinical evaluation of a novel microwave device for treating axillary hyperhidrosis. Dermatologic Surgery 2012. Randomisierte, verblindete Sham-kontrollierte Studie; 30 Tage nach der Behandlung galten 89 % der aktiv behandelten Gruppe als Responder (HDSS 1–2) gegenüber 54 % in der Sham-Gruppe. Die absolute Differenz beträgt damit 35 Prozentpunkte. PubMed 22289389
  6. Brauer JA, Neckman JP, Zelickson B, Vasily DB, Geronemus RG: A Prospective Study of Axillary Hair Reduction in Patients Treated With Microwave Technology. Dermatologic Surgery 2017. Prospektive Studie an 56 Personen mit Haarzählung vor und nach der Behandlung, Nachbeobachtung zwölf Monate: im Mittel rund 70 Prozent weniger Achselbehaarung, über den Zeitraum stabil. Das Kollektiv suchte ausdrücklich eine Haarreduktion; für den Zeitraum darüber hinaus liegen keine Daten vor. PubMed 28005625

Diese Darstellung ersetzt keine ärztliche Untersuchung und keine individuelle Aufklärung. Ergebnisse aus klinischen Studien sind nicht ohne Weiteres auf den Einzelfall übertragbar.

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Im Erstgespräch klären wir Ihren Befund und ob die Behandlung für Sie geeignet ist. Das Beratungsgespräch ist kostenlos.

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